Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung

Liebe Spenderin, lieber Spender, wir freuen uns darüber, Ihnen zwei junge Menschen vorstellen zu können, die in den Kinderhäusern herangewachsen sind. An Marius und Patricia können wir ablesen, wie hilfreich unsere – also Ihre!- Unterstützung ist, denn aus ehemals Kindern, die sich in schwierigsten Lebensverhältnissen ohne Perspektive befanden, sind gute und fleißige, ausgebildete und motivierte junge Leute geworden. Sie packen an, gestalten ihr Leben und werden nicht nur für sich selbst sorgen, sondern auch dabei helfen, Rumänien ein neues Gesicht zu geben.

Marius:

„Barcelona natürlich!“, auf die Frage, welchen Fußballverein er derzeit für den Besten hält, kann es für ihn gar keine andere Antwort geben! „Na ja, eigentlich sind die gleichauf mit Bayern München“ – so antwortet mir Marius erst sinnierend, dann lachend.
Natürlich interessiert sich der junge Mann in seiner Freizeit für Fußball – als Fan, nicht als Spieler. Marius ist 23 Jahre alt. Er ist in einem der Kinderhäuser in Peciu Nou aufgewachsen. Mit 10 Jahren kam er zusammen mit seinem Bruder ins Kinderhaus, nachdem seine Eltern gestorben waren. Marius besuchte die Schule bis zur 11. Klasse.

Danach wollte er erst mal ein bisschen GeId verdienen und sammelte in dieser Zeit viel praktische Erfahrung als Maurer. Im Mai 2014 möchte er dann noch Prüfungen ablegen, die dem deutschen Abitur gleichkommen. Marius ist ein eher stiller junger Mann, empfindsam auf der einen Seite, kräftig und fleißig auf der anderen.
So wie etwa 3 Millionen anderer seiner Landsleute versuchte er in den Jahren 2009/2010 Geld im Ausland zu verdienen. Er ging nach Italien in die Region Venedig und arbeitete dort als Maurer und Gärtner. Die Arbeit wurde über einen Subunternehmer vermittelt und es wurde eine dieser typischen Geschichten: viel Arbeit, wenig Geld.

Marius kam enttäuscht wieder nach Rumänien zurück. „Es ist sehr schwer, in Rumänien eine Zukunft zu bauen. Es gibt keine Arbeit, keine Perspektive. Deutschland ist ein viel besserer Ort, hier kann man mehr aus sich machen!“ Mit seiner Freundin möchte er irgendwann ein Familie gründen und auf jeden Fall Kinder haben. „Aber das geht erst, wenn wir eine Existenzgrundlage haben.“
Marius weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es für eine Familie werden kann, wenn nicht genug Geld zum Leben da ist. Seine eigene Lebensgeschichte hat es ihn gelehrt. Danach befragt, ob er ein Lebensmotto hat, sagt er mir dies: „ Meine Vergangenheit war nicht gut, aber die Zukunft wird besser!“

Patricia:

Mit erwartungsvoller Aufmerksamkeit und hoher Präsenz sitzt die 26 jährige Patricia mir gegenüber. Sie ist zum ersten Mal für eine längere Zeit in Deutschland. Ich frage sie nach ihren ersten Eindrücken von unserem Land:
Am meisten hat sie beeindruckt, wie sehr die Menschen hier die Natur beschützen, kaum ein Haus ohne Garten! Wiesen und Bäume – alles ist gepflegt. „Du kannst gucken, wo du willst, alles ist schön!“ Mit strahlendem Blick verrät sie, dass sie auch von einem eigenen Haus mit Garten träumt.
Natürlich spielt dabei auch eine Rolle, dass sie bereits im 2. Jahr des Masterstudiengangs für Landschaftsarchitektur in Temesvar ist. Da ist es wohl erlaubt, die Welt wie einen großen Garten zu betrachten….

Patricia wurde mit 10 Jahren in das St. Nikolauskinderheim aufgenommen und ist dort aufgewachsen. Zuvor hatte sie bei ihrer Großmutter gelebt. Von ihrer Mutter hat sie nur nur Fotos, zu ihrem Vater keinen Kontakt mehr. Heute lebt sie im Jugendwohnheim in Temesvar (das vom Verein Kinder in Not-Rumänienhilfe gegründet wurde und unterhalten wird.)
Es ist das Prinzip, dass die jungen Erwachsenen, die dort wohnen, selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Patricia unterstützt deshalb die Arbeit mit den „Tageskindern“, die den Kinderhäusern angegliedert ist. Sie hat eine gute Grundlage für diese Aufgabe erworben, denn nach Beendigung des Gymnasiums machte sie eine zweijährige Bachelorausbildung zur Sozialassistentin.

Die Kinder der Tagesgruppe werden nach der Schule mit einer warmen Mahlzeit versorgt und haben danach die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben zu machen. Aber wenn die dann endlich fertig sind, gibt es kein Halten mehr. Dann heißt es: „Zumba!“ Zumba das ist ein Tanz, bunt, laut und schön! Die Kinder lieben ihn – und Patricia beherrscht ihn. Die Erwachsenen sagen über diesen Tanz, dass damit alle Körperteile bewegt werden und er in bester Weise der Fitness dient. Die Kinder würden wohl eher sagen, dass es kaum eine größere Freude für die Gestaltung des Nachmittags gibt.

Patricias besondere Liebe und ihre Sorge gilt ihrer inzwischen 84jährigen Großmutter. Sie ist alt und gebrechlich und auf Hilfe angewiesen. Die Großmutter kann nicht mehr alleine leben und wird in ein Altenpflegeheim müssen. Die Rente der Oma ist klein und auch in Rumänien kostet Pflege viel Geld. Wie sie dieses Problem lösen soll, weiß die junge Frau noch nicht…. Danach befragt, ob sie ein Lebensmotto hat, sagt Patricia mir dies: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!“